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Das Ende der Welt


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Eine unbequeme Wahrheit

2006:12:12:abends: Nur wenige Sekunden nachdem sie den Kinosaal verlassen hat, ging der Film los. Unser kleines Independ-Kino, der Kinoklub Erfurt, zeigte Al Gores Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit” (”An Inconvenient Truth“).

Im Film geht es um Al Gores Präsentationen über die Globale Erwärmung. Seit er den Präsidentschaftswahlkampf gegen den guten George gewonnen hat und doch nicht Präsident wurde, reißt er durch die USA und den Rest der Welt und hält Vorträge über die Klimakrise. Der Film ist eine Collage aus den Vorträgen und tiefergreifenden Berichten die immer wieder eingeschoben werden. Nicht zuletzt sind auch immer wieder autobiografische Dinge über Herrn Gore zu sehen. Der Al ist eben auch nur Amerikaner …

Zum Thema der Globalen Erwärmung und der Klimakrise werden eine Menge Fakten, Zahlen und Diagramme gezeigt. Erschütternde Fotos von zurückweichenden Gletschern und Filme von Hurrikans zeigen die jetzt schon spürbaren Auswirkungen. Auch wenn man vorher nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt gelaufen ist, sitzt man beinahe beklemmt in seinem Kinosessel. Auch wenn nur die Hälfte all der vorgebrachten Fakten zutreffen würden, sind wir wohl kaum noch zu retten. Wenn dann mögliche Szenarien für die nächsten zehn, zwanzig oder gar fünfzig Jahre gezeigt werden, wird jedem klar, dass es so nicht weitergehen kann.

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Ein Brauch ist eine Handlung, die nicht beliebig oder spontan abläuft, sondern einer bestimmten Regelmäßigkeit und Wiederkehr bedarf, ferner einer brauchausübenden Gruppe, für die dieses Handeln eine Bedeutung erlangt, sowie einen durch Anfang und Ende gekennzeichneten Handlungsablauf, dessen formale wie zeichenhafte Sprache der Trägergruppe bekannt sein muss.

Die Bezeichung "Brauchtum" für den Brauchkomplex ist veraltet und wird in der seriösen volkskundlichen Brauchforschung nicht mehr verwendet, insbesondere aufgrund der Assoziationskette, die sich von Brauchtum über Volkstum zu Deutschtum ergibt.

Bräuche sind zu unterscheiden einmal vom Ritus, der die soziale mit der religiösen Welt zu verbinden sucht, zum anderen von der Gewohnheit, die eine nüchterne zweckmäßige, nicht notwendigerweise soziale Routine darstellt. Das Ritual ist Teil des Brauchkomplexes.

Ein Brauch (v. althochdt.: bruh = Nutzen) (auch Usus, lat. uti - gebrauchen) ist eine innerhalb einer festen sozialen Gemeinschaft erwachsene Gewohnheit (=Tradition). Die Gewohnheiten eines Individuums hingegen werden nicht "Brauch" genannt. Aus ethnologischer Sicht bestimmt "Brauch" den Ablauf von Zeremonien, "Sitte" hingegen ist die hinter dem Brauch stehende moralische Ordnung.

Ein Brauch äußert sich als Begleitphänomen bestimmter als Einschnitte wahrgenommener Lebenserfahrungen. Die menschliche Kultur hat ein reiches Brauchtum entwickelt, das sich im Bereich der

Erfahrung und Entwicklung äußert.

Die Übergangsriten bei Menarche, Geburt und Tod, Mannbarkeit und Hochzeit haben ihr je eigenes traditionelles Brauchtum. Im Jahreskreis bietet dieser Vorrat eine bunte Vielzahl von Höhepunkten, von Advent, Weihnachten, Silvester, Dreikönigstag über Karneval und Ostern bis zum Erntedankfest, St. Nikolaus (Nikolaustag). Deren festlicher oder ausgelassener Charakter ermöglicht für einen Moment, sich über den Alltag hinauszuheben.

Bräuche dienen der Sinn-, Identitäts- und Integrationsstiftung. Sie vereinen und wirken gemeinschaftsbildend. Bei Staatsbesuchen erklingen die Nationalhymnen und in Gestalt der gehissten Flagge wird die jeweilige Nation geehrt. Sport- und Musikvereine, Zünfte und Universitäten, Kindergruppen, Jugendcliquen oder -banden bilden und bewahren regionales wie nationales Brauchtum.

Bräuche wirken zudem handlungsorientierend. Sie liefern einen Rahmen, einen Satz von Zeichen und Symbolen, Anweisungen und Rollen und passt diese an. Oftmals stellen Bräuche eine genaue Formulierung für eine bestimmte Gelegenheit bereit, die durch die Beteiligten erwartet wird.

Im Lauf der Entwicklung können Bräuche ihre Bedeutung verlieren und zum leeren Selbstzweck werden. Hierin sind sie dem Ritual verwandt, bei dem es auch durch die Entkopplung von Form und Inhalt zur Aushöhlung, bzw. Sinnentleerung kommen kann. Bräuche und Rituale werden von den sozialen Akteuren nur dann als sinnerfüllt erlebt, wenn Form und Inhalt zusammengehen.

Die industrielle Revolution des 19. und 20. Jahrhunderts zeitigte den Übergang von einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten zu einer städtisch-industriellen, modernen Gesellschaft. Dieses brachte einen Verlust der Bedeutung vieler kollektiver Gewohnheiten und regionaler Bräuche mit sich, die in der vorindustriellen Welt beheimatet waren. Dies wird häufig als Traditionsverlust bezeichnet und kritisiert.

Umgekehrt stellen Volkskundler fest, dass permanent neue Bräuche entstehen. Diese Bräuche haben aber oft nicht die gleiche Bindekraft wie die Bräuche früherer Zeiten. Hintergrund ist, dass die Traditionsketten, die Bräuche überliefern, kürzer werden.

Inhaltsverzeichnis

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Bräuche im Jahreslauf

Religiöse und nationale Bräuche

Christliches Brauchtum - Jüdisches Brauchtum - Islamisches Brauchtum - Germanisches Brauchtum - Römisches Brauchtum

Bräuche im Lebenslauf

Bräuche der Berufe und Stände

Literatur

  • Herbert Schwedt (Hrsg.): Brauchforschung regional. Stuttgart 1988 (Mainzer Studien zur Sprach- und Volksforschung 14)
  • Andreas C. Bimmer: Brauchforschung. In: Rolf W. Brednich (Hg.): Grundriss der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. 3. überarb. u. erw. Auflage Berlin 2001, S. 445 – 468
  • Olav Selke: "Handelsbräuche als autonomes kaufmännisches Recht aus praktischer Sicht". Hannover, Univ., Diss., 2001
  • James George Frazer: Der goldene Zweig - Das Geheimnis von Glauben und Sitten der Völker, Rowohlt Verlag, Hamburg 1994, 1087 Seiten, ISBN 3-499-55483-6
  • Helga Maria Wolf: Das neue Brauchbuch. Alte und junge Rituale für Lebensfreude und Lebenshilfe, Österreichischer Kunst- und Kulturverlag, Wien 2000, ISBN 3-85437-216-7

Siehe auch

Weblinks