SERVICE bitte beachten. Sie sind zumeist weit unten in der Tabelle zu finden. Auch zu anderen Themen.Grollendes Unbehagen Rückkehr der Klassengesellschaft (1): Die Debatte um die Unterschicht dient vor allem einen Zweck - die verunsicherte bürgerliche Mittelschicht grenzt sich nach unten ab 241 Zeilen, STEFAN REINECKE (Kommentar)
Druckversion
Mehr zum Thema finden Sie im taz-Archiv (seit 1986)
© taz Entwicklungs GmbH & Co. Medien KG, Vervielfältigung nur mit Genehmigung des taz Verlags
© DIE ZEIT 10.03.2005 Nr.11
Die n e u e Unterschicht
Die einen sind tief gefallen, die anderen nie aufgestiegen: Die Armut in Deutschland breitet sich aus. Sie erfasst Arbeitslose genauso wie Niedriglöhner und gescheiterte Unternehmer Von Wolfgang Uchatius
Die Bergers wohnen jetzt also im Museum. Mit Garten, Garage und Balkon. Im Flur stehen drei Paar Filzpantoffeln. Im Wohnzimmer hat der kleine Lukas ein paar Spielzeugautos verstreut. An der Wand über der Treppe hängen lustige Urlaubsfotos. So leben die Bergers. 160 Quadratmeter Deutschland in einem weißen Reihenhaus. Bisher war das ihr Zuhause. Jetzt ist es eine Ausstellung ihrer Vergangenheit, die sich die Bergers noch ein paar Wochen lang ansehen können. Dann müssen sie raus.
Peter und Gisela Berger*, 58 und 44 Jahre alt, beide studierte Architekten, können ihre Miete nicht mehr zahlen. Die Sparbücher, die Aktien, die Lebensversicherung: Alles ist weg. Geblieben sind die Schulden. 300.000 Euro.
»Mal sehen, welcher Vermieter uns noch nimmt«, sagt Peter Berger.
Noch vor einiger Zeit hätte jeder Vermieter die Bergers genommen. Anfang der neunziger Jahre ziehen sie in den Münchner Osten. Peter Berger arbeitet bei einer Baufirma, seine Frau in einem Architekturbüro. Er verdient 12.000 Mark im Monat, sie kaum weniger.
Sie kaufen sich zwei Wohnungen in Leipzig. Als Altersvorsorge. Warum auch nicht? Peter Berger hat das Haus selbst für seine Firma gebaut. Die Bergers nehmen einen Kredit auf, bei ihren Gehältern und mit den Mieteinnahmen aus den Wohnungen haben sie den ja bald zurückgezahlt.
Da verliert Peter Berger seinen Job.
Nach der Wende haben die Baufirmen im Osten zu viele Häuser gebaut. Sie finden kaum Käufer. Jetzt entlassen die Unternehmen ihre Leute.
Berger findet keine neue Stelle. Das ist der erste Schlag. Er, der von einer Firma zur anderen wechselte, der immer abgeworben wurde, immer mehr Geld bekam, er bekommt plötzlich zu hören: »Sie sind zu alt.« Mit 48.
Also macht er sich selbstständig, er weiß ja, was er kann. Doch Können allein hilft nicht, wenn die Aufträge fehlen. Neue Häuser bauen? Im Osten leeren sich schon die alten. Auch in die Leipziger Wohnungen der Bergers will niemand einziehen. Sie müssen mit der Miete runter, müssen jetzt jeden Monat zusätzlich 500 Euro für die Kreditzinsen aufbringen. Die Schulden sinken nicht mehr, sie steigen. Das ist der zweite Schlag.
Aber noch hat Gisela Berger ihren Job und ihr Gehalt. Und wenn im Osten die Mieten wieder steigen, wenn Peter Berger wieder Aufträge bekommt… Noch haben sie Hoffnung.
Im Frühjahr 2004 wird auch Gisela Berger entlassen. Die schlechten Umsätze, sagt ihr Chef. Das ist der dritte Schlag. Jetzt haben sie kaum noch Einnahmen, nur Ausgaben. Die Miete. Die Kreditzinsen. Die Zinseszinsen.
Die Bergers sind ruiniert.
Peter Berger sagt, er sei einer, der umso kühler wirke, je aufgewühlter er ist. Also bleibt er äußerlich ruhig, als er sagt: »Manchmal denke ich fast an Selbstmord.« Seine Frau hat da schon weinend das Zimmer verlassen.
Das also ist die Geschichte der Bergers. Geprägt von drei Ereignissen: Hypothekenkredit, Jobverlust, Baukrise. Nichts weiter. Keine seltene Krankheit, kein krimineller Anlageberater, kein tragischer Unfall. Nichts, was nicht alle Tage in der Zeitung stünde. Die Tragik liegt im Alltäglichen: dass es in Deutschland nichts Außergewöhnliches mehr braucht, um eine Familie abstürzen zu lassen.
Ausgerechnet in Deutschland.
Aufstiegsgesellschaft. Mit diesem Wort beschrieben Sozialforscher jahrzehntelang die Bundesrepublik. Eine Gesellschaft, in der nicht alle reich waren, aber in der alle sicher sein konnten, dass sie in zehn Jahren mehr besitzen würden als heute. Und ihre Kinder in zwanzig Jahren noch mehr. »In der Bundesrepublik des 20. Jahrhunderts galt ein kollektives Versprechen: Jedem geht es langsam, aber stetig immer besser«, sagt der Göttinger Soziologe Berthold Vogel.
In der Bundesrepublik des 21. Jahrhunderts gilt das Versprechen immer noch. Aber nicht für alle.
Die Republik teilt sich. Nie in ihrer Geschichte lagen Reich und Arm weiter auseinander. »Auf der einen Seite wächst der Wohlstand, auf der anderen die Gruppe der wirtschaftlich Ausgegrenzten«, sagt der Berliner Sozialforscher Martin Kronauer. Nach dem neuen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gehört den wohlhabendsten zehn Prozent der Deutschen inzwischen fast die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Die unteren zehn Prozent besitzen nichts mehr. Sie haben nur Schulden.
ZEIT-Grafik
So entsteht in Deutschland eine neue Unterschicht der Besitzlosen. Anders als das Proletariat vergangener Tage ist sie in sich fast so verschieden wie der Rest der Gesellschaft. Zu ihr zählen gescheiterte Anwälte oder Architekten ebenso wie Niedriglöhner oder Sozialhilfeempfänger. Die einen sind tief gefallen, die anderen haben nie abgehoben. Unten treffen sie sich. Finanziell gesehen, haben sie vom Leben nichts mehr zu erwarten, das haben sie gemeinsam.
Überall im Land sind die Angehörigen der neuen Unterschicht anzutreffen. In Hamburg genauso wie in Berlin und im Schwarzwald. Oder in München, im Reihenhaus der Bergers.
Neulich waren sie auf dem Amt. Ob es eine Sozialwohnung für sie gebe, haben sie gefragt. »In drei Jahren vielleicht«, war die Antwort. Die Bergers haben noch drei Wochen. Dann müssen sie ausziehen.
Die Bergers fallen jetzt unter Hartz IV. Der Staat überweist ihnen 940 Euro im Monat zum Leben und übernimmt außerdem die Miete. Aber natürlich nicht die 1.400 Euro für das Reihenhaus, sondern maximal 610 Euro, inklusive Strom und Heizung. In München, wo die Mieten höher sind als irgendwo sonst im Land, werden sie eine so billige Wohnung schwer finden, jedenfalls nicht in ihrer jetzigen Gegend.
Die Bergers werden sich also für die Nachbarn und die Bekannten vom Elternbeirat des Kindergartens eine harmlos klingende Geschichte einfallen lassen, die den Umzug erklärt, und dann werden sie irgendwo hingehen, wo die Gebäude grauer und Gärten seltener sind. Dann wird sich auch für den sechsjährigen Lukas die Welt ändern. »In den vergangenen Monaten haben wir die Probleme von ihm fern gehalten«, sagt Peter Berger.
In diesen Monaten haben sie alles versucht, um an Geld zu kommen. Peter Berger hat im Internet versteigert, was sie nicht zum Leben brauchen, Bilder, Bücher, alte Stiche. Aber irgendwann waren die Regale leer. Sie haben Kränze geflochten, Karten gedruckt, Lebkuchen gebacken und sie auf dem Weihnachtsmarkt verkauft. Gegen die Profis vom Nachbarstand kamen sie nicht an. Peter Berger hat sich als Vertreter für eine Baustofffirma versucht. Die Aufträge blieben aus. Er gibt Nachhilfestunden in Latein. Aber mehr als ein paar Euro bringt das nicht. Gisela Berger hat sich überall auf Jobs beworben, nicht nur als Architektin, auch als Schreibkraft und als Bedienung in Gaststätten. Die Konkurrenz war zu groß. »Da waren immer 200 andere.« Nicht wenige suchen inzwischen ähnlich verzweifelt nach einem Einkommen wie die Bergers.
ZEIT-Grafik
3,13 Millionen Haushalte in Deutschland sind überschuldet, anderthalb mal so viele wie vor zehn Jahren, mehr als je zuvor. Ihre Verbindlichkeiten sind so hoch, dass sie keine Chance haben, sie zurückzuzahlen. Manchmal verbirgt sich hinter dem privaten Ruin die schlichte Unfähigkeit, mit Geld umzugehen, aber zunehmend auch die traurige Tatsache, dass das in Deutschland mitunter nicht mehr funktioniert: arbeiten, einen Kredit aufnehmen, ein Haus kaufen, sich etwas aufbauen. Was jahrzehntelang biedere Normalität war, endet auf einmal auch für gut verdienende Ingenieure in der finanziellen Katastrophe. Weil plötzlich die Aufträge weg sind oder der Arbeitsplatz – und damit auch der gute Verdienst. Dann steigen die Schulden. Dann weist der Weg nach unten. Der Münchner Sozialforscher und Überschuldungsexperte Dieter Korczak sagt: »Die Mittelschicht bröckelt ab.«
Irgendwann in den vergangenen Monaten hat Peter Berger ein neues Gefühl an sich entdeckt: Neid. Auf Verwandte, Bekannte, Exklassenkameraden, auf Leute, die das alte Immer-mehr-Leben führen, mit Essen im Restaurant und drei-, viermal Urlaub im Jahr. Die viel über die richtige Geldanlage nachdenken, demnächst in Rente gehen und dann das Studium ihrer Kinder finanzieren.
Auch Peter Berger wird in ein paar Jahren das Rentenalter erreichen. Viel Geld wird ihm das nicht bringen, er war nicht lange genug fest angestellt. Der Familie steht ein besitzloses Leben bevor. Für Lukas können sie nur die Daumen drücken.
Das ist die Zukunft der Bergers.
Am 30. September 1970 taucht Helmut Schmidt, bundesdeutscher Minister für Wirtschaft und Finanzen, eine Maurerkelle in feuchten Mörtel und legt einen Grundstein im Osten von Hamburg, nahe den Boberger Dünen und der Glinder Aue. Aus dem Grundstein wird ein Haus, aus den Häusern ein Block, der Block wird zur Siedlung. 7.000 Wohnungen für 20.000 Menschen. Das Hamburger Abendblatt schreibt: »Mümmelmannsberg: eine gute Adresse.«
Wer hier lebt, muss wenig laufen. Es liegt alles beieinander, die Schule, das Parkhaus, das Einkaufszentrum und natürlich die Häuser, vier, acht, zwölf Stockwerke hoch. Westdeutscher Plattenbau. Eine funktionale Welt, dazu erdacht, sie morgens zu verlassen und zur Arbeit zu fahren und abends wiederzukommen, zum Essen und zum Schlafen.
Aber wenn keine Arbeit mehr da ist?
Heute leben in Hamburg-Mümmelmannsberg vier von zehn Kindern und Jugendlichen von Sozialhilfe. Die Bücherhalle soll verkleinert werden, der Kindertreff steht vor dem Aus. Die Stadt spart. Im Fernsehen liefen Filme über Mümmelmannsberg, in den Zeitungen standen Reportagen. Die Hauptfiguren waren meist unrasierte Männer mit Bierdosen in der Hand. Manchmal erhob sich danach ein Aufschrei im Viertel, aber selten waren es die Männer mit dem Bier, die sich aufregten, sondern meist Menschen mit geregelter Arbeit, die um ihren Ruf fürchten. Solche Leute leben auch in Mümmelmannsberg, aber in manchen Straßen sind sie längst rar geworden.
Der Berliner Stadtsoziologe Hartmut Häußermann sagt, verrufene Viertel habe es in Deutschland auch früher gegeben. Vor dem Krieg. In den Jahren danach sorgte die Vollbeschäftigung dafür, dass die Städte zusammenwuchsen. Jetzt teilen sie sich wieder. »Viertel wie Mümmelmannsberg gibt es inzwischen überall«, sagt Häußermann. Viertel, in denen die Lebenserwartung niedriger ist als in den Reihenhaussiedlungen ein paar Kilometer weiter. Viertel, in die keiner fährt, der dort nicht wohnt, und deren Namen wie ein schlechter Geruch an den Bewohnern hängt. Bei vielen Betrieben braucht sich ein junger Schulabgänger gar nicht erst zu bewerben, wenn er aus Hamburg-Mümmelmannsberg kommt, aus Gelsenkirchen-Bismarck, aus Köln-Kalk oder aus dem Ihme-Zentrum in Hannover.
Kein Wunder, dass von dort oft wegzieht, wer es sich noch leisten kann. Zurück bleiben jene, die Stadtforscher abwertend als A-Bevölkerung bezeichnen: Arme, Arbeitslose, Ausländer. Die richten sich dann ein in ihrem Stadtteil. Das sei das Gute an Mümmelmannsberg, sagt Sabrina Schulte*: dass man unter sich sei, dass niemand auf einen herabschaue. »Hier sind alle in der gleichen Situation.«
Sabrina Schulte ist jetzt 32. Sie sieht jung aus mit den blonden Haaren und den Sommersprossen, sobald sie anfängt, von sich zu erzählen, wirkt sie älter, ernster, was vielleicht daran liegt, dass sie wenig Zeit hatte, erwachsen zu werden. Seit 20 Jahren wohnt sie in Mümmelmannsberg, von klein auf ist sie an ein Leben nach Datum gewöhnt. Je früher im Monat, desto schöner der Tag, so war das damals. Am Ersten bekam ihr Vater das Geld vom Sozialamt, davon kaufte er Bananen für die drei Kinder und Schnaps für sich und seine Frau. Dann holte er noch mal Schnaps und dann noch mal. »Am Monatsende aßen wir Haferflocken mit Wasser«, sagt Sabrina Schulte. Bis zum nächsten Ersten, da gab es wieder Bananen.
(weiter =»=> oben --> rechts - neue Spalte nach den "Nachrichten des Tages")
Hintergrund
—
Nach Einschätzung des Soziologen Peter A. Berger fühlen sich in Deutschland immer mehr Menschen ausgegrenzt. Von einer Unterschicht würde er aber nicht sprechen »
Das Universalgenie Anregend Picasso-Schau am Starnberger See [mehr]
Eindrucksvolle und emotionale Fotos aus aller Welt. mehr
Die Fachmesse in Köln zeigte die Innovationen rund ums Bild. mehr
|
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ( FORTSETZUNG der <=== rechte Spalte)
ZEIT-Grafik
Mit 19 brachte Sabrina ihren Sohn Kevin zur Welt, fünf Jahre später folgte Yannick. Von ihrem Mann, der sich wie einst der Vater regelmäßig das Hirn betäubte, trennte sie sich. Er wohnt noch immer im Viertel, lebt ein Leben zwischen Umschulung und Stütze wie so viele hier. Kürzlich hatten sie noch einmal eine Affäre. Jetzt ist Sabrina Schulte wieder schwanger, im neunten Monat.
Bekannte sagen über sie, sie kämpfe wie eine Löwin, dass es den Kindern einmal besser geht. Das bedeutet, sie ärgert sich oft mit den Leuten vom Amt herum. Seit 1. Januar stehen ihr neben den 476 Euro für die Miete jeden Monat 759 Euro vom Staat zu. Davor hatte sie nur ein Anrecht auf 680 Euro, bekam aber regelmäßig Zuschüsse für Sonderausgaben. Zum Beispiel für Kevin. 13 Jahre alt ist er, ein quirliger Junge, der in die sechste Klasse der Gesamtschule geht. In Sport ist er bei den Besten, Mathe ist auch okay, Deutsch und Englisch aber machen ihm Probleme. Kevin ist Legastheniker.
Damit er das nicht bleibt, bringt ihn Sabrina Schulte möglichst einmal pro Woche in eine private Lernpraxis. 59 Euro kostet das jedes Mal, und bisher hat der Staat 49 Euro dazugegeben. Doch das sei jetzt vorbei, bekam Sabrina Schulte auf dem Amt zu hören. Nur, wie soll sie dann die Stunden bezahlen? Wie soll Kevin gute Noten schreiben?
Als sie selbst damals die Schule abbrach, ein paar Jahre vor Kevins Geburt, da hat Sabrina Schulte einen Job am Fließband gefunden. Heute stehen die Fließbänder in Asien oder Osteuropa, und die Arbeitslosenquote liegt unter Geringqualifizierten auch in Westdeutschland bei über zwanzig Prozent. Die Geringqualifizierten wiederum stammen selten aus Einfamilienhäusern oder sanierten Altbauten. Auch das zeigt die Statistik. Wer in einem Viertel wie Mümmelmannsberg aufwächst, hat siebenmal geringere Chancen auf ein Hochschulstudium als die Kinder wohlhabender Familien.
So gesehen, wäre es eine ziemliche Überraschung, wenn Kevin Schulte das Abitur schaffte und anschließend gar ein Studium.
So gesehen, ist es kein Wunder, dass Sabrina Schulte, die keinen Berufsabschluss hat und alleinerziehende Mutter ist, sagt: »Ich werde immer Hilfe vom Staat brauchen, damit habe ich mich abgefunden.« Das ist die Zukunft der Schultes.
An der Decke hängen zwei Neonröhren, auf dem Tisch stehen zwei Monitore, unterteilt in 29 flimmernde Bilder, aufgenommen von 29 Videokameras. Vor den Bildern sitzt Robin Trott. Er sagt: »Man darf nur 15 Minuten am Stück hinschauen, sonst besteht die Gefahr der optischen Täuschung, man sieht dann Schatten, wo keine sind.« Robin Trott wird dafür bezahlt, echte von falschen Schatten zu unterscheiden.
In der Bundesrepublik des 21. Jahrhunderts gehört Trott eigentlich zu den Privilegierten. Er verfügt über alle Insignien der alten Immer-mehr-Gesellschaft: Er hat keine Schulden. Er hat Arbeit. Er hat sogar einen Vollzeitvertrag, unbefristet. Der Aufstieg findet trotzdem ohne ihn statt.
Robin Trott ist Niedriglöhner.
Sauber frisiert, mit hellblauem Hemd und dunkelblauer Krawatte sitzt er auf einem abgewetzten Bürostuhl auf grauem Steinboden in einem etwa neun Quadratmeter großen, halb verglasten Raum. Hinter ihm dudelt ein Radio. Neben ihm steht eine Flasche Cola. Draußen, vor der Scheibe, fährt hin und wieder ein Auto vorbei, dann hebt sich die Schranke. An der Wand hängt eine Uhr, kurz vor zehn am Morgen ist es, vor vier Stunden hat Trott seinen Dienst begonnen. Unter der Uhr kleben vier Blatt Papier. Die Parkhausordnung.
Robin Trott ist Wachmann bei einem Berliner Sicherheitsunternehmen. Vor einer Woche saß er in der Pförtnerloge einer Krankenversicherung, danach in einem Bürogebäude in der Friedrichstraße. Heute bewacht er das Parkhaus der Rathaus-Passagen, acht Stockwerke hoch, Platz für 700 Autos. Außen hängt ein großes Plakat: »Parken Sie schon oder suchen Sie noch?«
Trott erfährt oft erst ein oder zwei Tage im Voraus, wo und wann er arbeiten muss, ob Früh-, Spät- oder Nachtschicht. Private Verabredungen sind kaum möglich. Er verdient 865 Euro netto im Monat, bei 42 Stunden Arbeit pro Woche macht das 5,15 Euro die Stunde. Knapp 400 Euro gehen weg für Miete, Strom und Heizung für seine Wohnung in sanierter Platte in Berlin-Lichtenberg. Bleiben 465 Euro zum Leben.
Es gab eine Zeit, da war Robin Trott dem Reichtum ganz nah. Er hat ja schießen gelernt, hat in der DDR als Ausbilder für Sportschützen gearbeitet. Das macht ihn zum perfekten Bewacher von Geldtransporten. Als er zum ersten Mal im Panzerwagen saß, mit zehn Millionen Mark im Rücken, da spürte er ein Kribbeln. »Später war es nur noch wie Taschentücher packen und verfrachten«, sagt Robin Trott. Vom Supermarkt zur Bank, von der Bank zur Sparkasse, geschützt von 13 Kilo schweren russischen Schutzwesten. Damals kam er auf 60, manchmal 70 Stunden die Woche, für 2600 Mark netto. »Da konnte ich mir immerhin ein Auto kaufen, auch wenn es schon fünf Jahre alt war.« Trotzdem hat er aufgehört mit den Transporten. Neun Überfälle in zwei Jahren, ihn hat es nur aus Zufall nie erwischt, drei Kollegen starben. Wegen der vielen Arbeit war er kaum zu Hause. Die Beziehung zu seiner Freundin zerbrach daran.
Der Wagen ist ihm geblieben, ein Nissan, inzwischen 15 Jahre alt. Lange läuft der Motor wohl nicht mehr. Trott wird dann S-Bahn fahren müssen. Er ist 40 Jahre alt, auf dem Konto liegen 750 Euro, das ist sein Vermögen. Was er verdient, braucht er zum Leben.
Es gibt einen Satz, der in den vergangenen Jahren in Deutschland stark an Beliebtheit gewonnen hat. FDP-Chef Guido Westerwelle hat ihn zitiert, der SPD-Politiker Sigmar Gabriel, die Union hat ihn gar zum Wahlkampfslogan gemacht: »Sozial ist, was Arbeit schafft.« Natürlich ist es fast allen Leuten lieber, einen Job zu haben, als arbeitslos zu sein. Doch der Satz übergeht, dass Arbeit und Armut in Deutschland längst kein Widerspruch mehr sind und dass es womöglich auch Jobs gibt, die zu schaffen nicht besonders sozial ist.
Nach einer in dieser Woche veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin leben inzwischen drei Millionen Erwerbstätige unterhalb der Armutsgrenze, fast anderthalb mal so viel wie vor zwölf Jahren. Unter ihnen sind Friseurinnen, Verkäufer, Hilfs- und Leiharbeiter, Floristinnen, Reinigungskräfte, kleine Selbstständige. Und Wachleute wie Robin Trott.
Kürzlich haben sich die Sicherheitsunternehmen mit der Gewerkschaft auf einen neuen, niedrigeren Tariflohn geeinigt. Robin Trotts Firma fängt gerade an, die Angestellten einzubestellen und ihnen neue Arbeitsverträge vorzulegen. Trott käme dann netto wohl nicht einmal mehr auf 700 Euro im Monat. Er sagt, er werde sich das nicht bieten lassen. Aber was bleibt ihm übrig? Eine Bekannte arbeitet bei der Arbeitsagentur in Lichtenberg. Die hat ihm gesagt: »Robin, wir verwalten das blanke Nichts, wir haben nicht mal Reinigungsjobs.«
Das ist die Zukunft des Robin Trott.
Das alte Versprechen des Immer-mehr für alle stand nirgendwo geschrieben, in keinem Gesetzestext, in keinem Arbeitsvertrag. Trotzdem war es irgendwann da, entstanden durch die Macht der Erfahrung und das Wirtschaftswachstum der fünfziger und sechziger Jahre. Damals war die Republik erfasst von Zuversicht und Aufbruchsgeist, heute ist sie erfüllt von Angst und dem Gefühl, sich nichts mehr leisten zu können. Das Seltsame ist, dass ein Hartz-IV-Haushalt heute nicht weniger Kaufkraft hat als ein Arbeitnehmerhaushalt Mitte der Sechziger, und der war damals ganz zufrieden mit seinem Lebensstandard. Der Bremer Historiker Paul Nolte sagt, die Deutschen bezeichneten als Armut, was eigentlich nur Ungleichheit sei.
Aber vielleicht geht es ja genau darum. Um Ungleichheit.
Psychologen und Ökonomen haben im Rahmen der Glücksforschung herausgefunden, dass es dem Menschen relativ egal ist, ob er 800, 900 oder 1.000 Euro in der Tasche hat. Entscheidend ist das Gefühl, dass es aufwärts geht und dass die Nachbarn, die Freunde, die früheren Kollegen nicht enteilen. Deshalb hat sich ein Arbeitnehmerhaushalt in den Sechzigern ziemlich wohlhabend gefühlt, während sich ein Sozialhilfeempfänger heute ziemlich arm vorkommt. Deshalb, sagt der Soziologe Berthold Vogel, sei das kollektive Aufstiegsversprechen so wichtig für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. »Vermutlich noch wichtiger als die geschriebene Verfassung.« Letztlich, sagt Vogel, wisse keiner, was mit einer Gesellschaft geschieht, wenn sich die ungeschriebene Verfassung plötzlich ändert.
Auf den Hängen stehen dunkle Tannen, vor den Häusern bunte Zwerge, und in manchem Garten erhebt sich ein Kreuz mit einem hölzernen Heiland. Meist steht es schon seit Jahrzehnten da. Aber das heißt natürlich nicht, dass sich im Schwarzwald nicht die Welt verändert hätte.
Da ist zum Beispiel die Dorfschule Mönchweiler, ein hübsches rotes Haus, 245 Schüler, in jeder Klasse gibt es zwei oder drei, die morgens ohne Frühstück in den Unterricht kommen und die 2,60 Euro für den Schwimmunterricht nicht zahlen können. Ihre Eltern sind meist moderne Stadtflüchtige, die nicht Ruhe suchen, sondern niedrige Mieten. So landen sie in der Provinz.
Da ist die Pro-Familia-Beratungsstelle in der Altstadt von Villingen, in die öfter denn je verzweifelte schwangere Frauen kommen und sagen, sie wollten das Kind ja wirklich, aber sie sehen einfach nicht, wie sie das schaffen sollen, finanziell.
Und da ist Sigmund Vögtle.
Er trägt Jeans, schwarze Lederweste und einen grau melierten Bart. Vögtle ist 1949 geboren, er ist so alt wie die Republik. Er stammt aus Hüfingen, nicht weit von Villingen, war nie wirklich weg von dort. »Ich muss nicht überall gewesen sein«, sagt er. Einerseits lebt Sigmund Vögtle weit entfernt von den Problemen der großen Städte, andererseits kommen die Probleme zu ihm. Sie sitzen ihm sozusagen gegenüber, in seinem Büro mit den Topfpflanzen und den Stores am Fenster.
Sigmund Vögtle ist Bewährungshelfer.
Er macht diese Arbeit seit 27 Jahren. Straftaten, sagt Vögtle, hätten die Leute hier immer schon begangen, aber früher seien es andere gewesen, harmlosere. »Vor allem Körperverletzungen und Eigentumsdelikte haben massiv zugenommen.« Die Gründe sind fast immer die gleichen. »Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Armut«, sagt Vögtle.
Meistgelesene Artikel des Tages
Beliebteste Galerien
In letzter Zeit begegnen ihm hin und wieder Gesichter, die er aus der Lokalpresse kennt. Angesehene Kleinunternehmer, biedere Bürger, die sich einst zufrieden lächelnd beim Jubiläum des Sportvereins fotografieren ließen. Fallende Umsätze trieben sie in den Ruin. Ein vermeintlich rettender Diebstahl hier, ein Betrug dort, so wurden sie zu Straftätern.
Sigmund Vögtle sagt: »Wenn es den Leuten an die Existenz geht, verlieren sie die letzten Skrupel.«
*Name von der Redaktion geändert
© DIE ZEIT 10.03.2005 Nr.11
Ganz Deutschland diskutiert über das neue Schock-Wort
Unterschicht
Geben bei uns wirklich so viele Menschen ihre Hoffnungen auf?
„Unterschicht“ 2006: Wie hier in Magdeburg sind in vielen Städten Deutschlands Menschen auf Suppenküchen angewiesen, in denen sie regelmäßig eine warme Mahlzeit bekommen
„Unterschicht“ 1920: Ein trockenes Brot auf dem Tisch, um das sich die Familie versammelt hat – so sah der Berliner Milieu-Zeichner Heinrich Zille die „Proletarierwohnung“
|
Ausgerechnet in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, gibt es knapp fünf Millionen Menschen, die zur sogenannten Unterschicht gezählt werden. Mit diesem Befund schockiert eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.
BILD beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem bedrückenden Thema:
Wer gehört zur sogenannten „Unterschicht“?
Kanzlerin Angela Merkel: „Nicht allein die finanzielle Frage“ führt zu sozialer Abkoppelung und Verwahrlosung. Für SPD-Chef Kurt Beck ist das entscheidende Merkmal der „Unterschicht“ die Hoffnungs- und Antriebslosigkeit der Betroffenen – Menschen, die sich aufgegeben haben.
Häufig betroffen sind ältere Langzeitarbeitlose, Alleinerziehende, Kleinstrentner, aber auch viele Hartz-IV-Empfänger. In Ostdeutschland ist laut der SPD-Studie jeder 5. betroffen, im Westen nur jeder 25.
Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, warnt jedoch davor, alle Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger pauschal zur Unterschicht zu zählen: „Das sind wahrhaft nicht alles Menschen, die den ganzen Tag in Trainingsanzügen in irgendwelchen Pommesbuden rumsitzen und Gameboy spielen.“
Wie schnell kann man ab-
rutschen?
Sogenannte „Sozialhilfe-Karrieren“ reichen inzwischen schon über Generationen, sind wie ein Teufelskreis: Keine Vorbilder im Elternhaus, schlechte Ausbildung, kein Job, Dauer-Sozialhilfe. Kinderschutzpräsident Heinz Hilgers: „Die Kinder haben kaum eine Chance, da heraus zu kommen.“
30 000 Familien in Deutschland wurden 2005 dauerhaft durch sozialpädagogische Familienhelfer unterstützt – das sind 54 Prozent mehr als im Jahr 2000!
Was tut der Staat dagegen – und mit welchem Erfolg?
Mehr als 650 Milliarden Euro gibt Deutschland allein für Sozialleistungen aus – doch die Armut wächst weiter. Die Zahl der Hartz-IV- und Sozialgeld-Empfänger ist innerhalb eines Jahres um 500 000 gestiegen! Unions-Fraktionschef Volker Kauder lehnt weitere finanzielle Hilfen ab: „Es ist nicht der richtige Weg, die schlechte soziale Situation mit Geld zu verfestigen.“
Was müsste der Staat anders machen?
EKD-Sozialexperte Wagner zu BILD: „Kurzfristig kann man nur durch die Vermittlung einfacher Jobs auf dem Bauhof oder in der Stadtgärtnerei helfen. Auf längere Sicht ist verbesserte Bildung das A und O“. Bundespräsident Horst Köhler hatte bereits in seiner „Berliner Rede“ angemahnt: „Gute Bildung ist eine besonders wirksame Form der sozialen Absicherung.“
Ist auf Dauer die Demokratie bedroht?
Laut der SPD-Studie gibt es in der „Unterschicht“ einen erhöhten Anteil von Nichtwählern und Wählern extremer Parteien. Sie halten die Demokratie nicht für die beste Regierungsform. Wohlfahrtsverbands-Chef Schneider zu BILD: „Auf Dauer wird es die Demokratie nicht aushalten, wenn die Gesellschaft in immer mehr Arme und immer mehr Reiche auseinanderfällt.“ (bre/kug/nik.)

|
SERVICE Video-News (siehe weit unten)
BILDER DES TAGES
SERVICE Google-Anzeigen Opferschutz
Rechtsauskunft
Rechtsrat
Aus dem Inhalt von www.uebergebuehr.org
Zum Inhaltsverzeichnis
Im Blickpunkt  Die Koalition
Kinderarmut: Ohne Pausenbrot in die Schule Familie Eltern FOCUS ...
|
|
|
2,5 Millionen Kinder leben in Deutschland auf Sozialhilfeniveau
|
Sie sind die Unterschicht, und wer wissen will, wohin sich dieses Land entwickelt, ... Man kann fast sagen, daß die Unterschicht eine Avantgarde ist. ...
Deutschlandradio Kultur - Politisches Feuilleton - Wenn die ... Wenn die Unterschicht zum Problem wird. ... Wenn die Unterschicht zum Problem wird. Von Reinhard Kreissl. Da sind sie wieder unsere Sündenböcke. ...
Armut in Deutschland: Koalition entdeckt die Unterschicht ... Zwei-Drittel-Gesellschaft, Kindernot, Hartz-IV-Folgen - in Deutschland ist Armut alltäglich. Eine Studie über die Verlierer der Gesellschaft löst in der ...
Amerikas Unterschicht: Fleißig, hungrig, zahnlos - Wirtschaft ... Jeder kann es nach oben schaffen, mit harter Arbeit und etwas Glück - lautet das amerikanische Credo. Unsinn, sagt Pulitzer-Preisträger David Shipler.
Unterschicht: Das wahre Elend - stern.de (Aus gleicher Quelle: Deutschland: Unterschicht = 8 % der Bevölkerung Die Friedrich-Ebert-Stiftung, die der SPD nahe steht, hat die Sozialstruktur Deutschlands untersucht: Demnach leben acht Prozent am sozialen Rand.
ZEIT online - Politik - gesellschaft : Die Wut der Unterschicht
Fernsehkonsum: Willkommen in der Unterschicht - FAZ.NET - Feuilleton Fernsehkonsum. Willkommen in der Unterschicht. Von Katharina Iskandar und Michael Hanfeld. Harald Schmidt - Beleidigung der Konkurrenz? 28. April 2005 ...
heute.de - Breite Debatte nach Studie zur "Unterschicht"
Die Studie zur "neuen gesellschaftlichen Unterschicht" hat eine breite politische Debatte ausgelöst. Vor allem die SPD-Linke wirft Ex-Kanzler Schröder ...
Studie: 20 Prozent der Ostdeutschen gehören zur "Unterschicht ... Studie: 20 Prozent der Ostdeutschen gehören zur "Unterschicht" Nachrichten aus Deutschland.
SPD streitet über neue Armut | tagesschau.de [tagesschau.de 16.10.2006 09:51 Uhr] Es gibt eine neue Unterschicht - diese These von Parteichef Beck hat in der SPD eine kontroverse Debatte über die ...
net-tribune: 25 Prozent der Jugendlichen gehören zur "Unterschicht" Das Online-Nachrichten-Magazin zum Thema "Internet-Gesellschaft". Ob Spam, Verbraucherschutz, Viren, Sicherheit, Viren, Kinderpornografie im Internet uvm, ...
BEWERBUNGSTEST
Testen Sie anonym Ihr Wissen! Sind Sie fit in Sachen Bewerbung? Knifflige Fragen warten auf Sie... [mehr]
NETZEITUNG ARBEIT & BERUF: Acht Prozent Deutsche Teil der ... Zur neuen «Unterschicht» zählen demnach 20 Prozent der Ostdeutschen und vier ... Zwei Drittel der «neuen Unterschicht» hätten ihren Job bereits verloren, ...
Unterschicht | MDR.DE Unterschicht;Sozialstudie; sozialer Abstieg. ... Beim Begriff "Unterschicht" ging das Präsidium auf Distanz zu Parteichef Beck. mehr | tagesschau.de ...
Unterschicht-Debatte: Spaltung der Gesellschaft inakzeptabel ... Spaltung der Gesellschaft inakzeptabel: In der Debatte um die neue Armut hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung von Bildung und Erziehung ...
Unterschicht :: Infos zum Thema Gravierende Unterschiede sind zwischen Mittelschicht und Unterschicht zu beobachten. ... 5.1.3 Zusammenhänge zwischen sozialer Unterschicht und Resignation ...
Gesellschaft: Neue Unterschicht in Deutschland wächstIn Deutschland wächst eine neue gesellschaftliche Unterschicht. Ihr gehören mittlerweile acht Prozent der Bevölkerung an, zitiert die "Bild am Sonntag" aus ...
n-tv.de - Abschied von den "Lebenslügen"
Der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner forderte nun seine Partei auf: "Wenn es um die Probleme der so genannten Unterschicht geht, dann müssen wir uns ...
Hintergrund: Zur „Unterschicht“ gehören acht Prozent Deutschland ...Zur „Unterschicht“ gehören acht Prozent Sie fühlen sich auf der Verliererseite und im gesellschaftlichen Abseits. Ihre Distanz zu Parteien und Politikern ...
Ist Schröder schuld an der neuen Unterschicht? Immer mehr Menschen in Deutschland, warnt eine Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, gehören zur neuen gesellschaftlichen Unterschicht. ...
ihre-vorsorge.de: Gesundheitsrisiko Unterschicht Robert Koch Institut stellt Gesundheitsstudie vor. Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien leben ungesünder.
RP Online - Nachrichten - Beck: Unterschicht wächst in Deutschland Forderung nach "vorsorgendem Sozialstaat": Beck: Unterschicht wächst in Deutschland. Berlin (rpo). Eine wachsende Unterschicht wird in Deutschland zum ...
Unterschicht: Statistik der Assoziationen und Gedanken zum ...
Unterschicht: die unterschicht ist so lange ok, solange man nicht direkt mit ihr in kontakt tritt. so als mythos, als potentielles objekt von ...
„Unterschicht-Diskussion - Platzeck warnt vor Stigmatisierung ... Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat sich gegen den Begriff der „sozialen Unterschicht“ gewandt. - Handelsblatt.com, Politik ...
politik blog: Die Unterschicht, das Problem und die Lösung Politik Experten über Deutschland, Europa, Globalisierung, Reformen und Konflikte. Diskutieren Sie mit, authentisch und ohne Diktat!
37sechsBlog ... gleichermassen auf dem linken [nein, Unsinn] auf dem falschen Fuss, indem sie uns wissen laesst: Die Unterschicht lebt. Und zwar so beschissen wie ...
Unterschicht und Lösung [Alexander und der Gordische Knoten]
In Deutschland sind – laut einer SPD-Studie – 8 Prozent der Menschen der „Unterschicht“ angehörig. Dies ist wirklich mal neu. ...
WEB.DE - Studie: Acht Prozent gehören zur "neuen Unterschicht ... Die vom SPD-Vorsitzenden Kurt Beck angestoßene Debatte über ein wachsendes "Unterschichten-Problem" in Deutschland zieht weitere Kreise.
Verwandte Meldungen: » Gregor Gysi: Wolfgang Schäuble beleidigt den Osten
» USA planen Koalition der Willigen im Atomstreit mit dem Iran - es ist höchs ...
» Gesine Lötzsch: ALGII aufstocken, nicht kürzen!
» MdB Eva Bulling-Schröter: Tschernobyl - Unfallfolgen ohne Ende
» MdB Nele Hirsch: Berufsbildungsbericht offenbart Jammerspiel der Ausbildun ...
» MdB Jörn Wunderlich: Nicht realisierte Kinderwünsche sind Antwort auf elte ...
SERVICE Weitere Themen zur Meldung:
» Parteien » Innenpolitik
Alle Themen bei PresseEcho.de
+++ SCHÖNES BEISPIEL +++
17.10.2006 Universitätsstadt Witten Dankeschön: Ehrenamtliche sollen mal die „Seele baumeln lassen“ Wohlfühl-Workshops für die Helferinnen und Helfer Unter dem Motto „Wir sagen Danke“ bietet die Freiwilligen Agentur Witten „Fokus“ in Zusammenarbeit mit der Seniorenhilfe der Stadt Witten, DRK, AWO, Caritas, dem ambulanten Hospizdienst Witten-Hattingen und „evangelisch in Witten“ am 28. Oktober... mehr
- - - AUCH DAS GIBT ES:
17.10.2006 Deutscher Städte- und Gemeindebund zur Zukunft der getrennten Abfallentsorgung: Trennsystem nicht vorschnell abschaffen - Einführung einer Einheitstonne setzt mehr Umweltschutz bei geringeren Gebühren voraus „Die über viele Jahre von den Bürgern praktizierte getrennte Erfassung von Wertstoffen im Abfallbereich, insbesondere die Trennung des Restmülls von den Produkten des gelben Sacks, hat sich in der Entsorgungspraxis in Deutschland grundsätzlich... mehr
Nächste Seite 
Was leistet die IT-Branche für das Qualitätsmanagement? Annett Menge als Referentin auf Tagung des Deutschen Vereins zu Gast Vom 11. bis 13. Oktober hatte der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. zu einer Netzwerktagung eingeladen. Über 50 Qualitätsbeauftragte der Sozial- und Jugendhilfe diskutierten über das Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit. Annett Menge, Produktbereichsleiterin bei PROSOZ Herten, erörterte mit den TeilnehmerInnen die Unterstützung dieser Qualitätsprozesse durch Informationstechnologien. mehr
LEUTE Sarah Connor kam Michael Jackson zu nah Sky Du Mont bevorzugt Salate und Vollkornbrot Steuerbetrug: Wesley Snipes wird per Haftbefahl gesucht [mehr]
Steuersystem: Die Fleißigen zahlen die Zeche Steuern & Recht ...
Policen-Check
Hausratversicherung
Gehaltsplaner
Verdienen Sie angemessen?
Rechts-Hilfe
Rechtsbeistand

... alle Beiträge~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
+++
Kontenkontrolle – Kapitalflucht lässt umdenken~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die Skepsis von Finanzmarktprofis gegenüber der Konjunkturentwicklung in Deutschland hat sich im Oktober überraschend weiter verstärkt. weiter
Die Politik sucht nach Mitteln gegen den Strompreisanstieg
(Di, 18:35) von Markus Koch
Ein ungewöhnliches Blog-Projekt soll einen Tag im Leben von Hunderttausenden Briten dokumentieren. Von FOCUS-Online-Autorin C. Frickel weiter
CSU-Chef Stoiber plädiert für eine grundlegende Neuordnung der Rundfunkgebühren. Außerdem fordert er die Streichung der Werbegrenzen. Von FOCUS-Online-Redakteur S. Heise weiter
Wirtschaftsverbände haben erneut gegen die geplante GEZ-Gebühr für Computer protestiert. Derweil ist die ARD offenbar zu Diskussionen bereit. weiter
Presseschau
Der Mediziner und Bestseller-Autor Dietrich Grönemeyer fordert in FOCUS-SCHULE einen Gesundheitsunterricht für alle Schüler und einen eigenen Arzt für jede Schule. weiter
Mit der Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre droht nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit. weiter
| 20.10.2006, 06:04 Uhr |
|
| |
Neuer Diakonie-Präsident sieht in Unterschicht»-Debatte Chance |
|
| |
Berlin (dpa) - Der neue Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche, Klaus-Dieter Kottnik, hat die Debatte um eine neue Unterschicht in Deutschland begrüßt. Er halte zwar nichts von dem Begriff Unterschicht und spreche lieber von benachteiligten Menschen, sagte der Theologe der dpa. Aber er begrüße es, dass die Debatte in Gang gekommen sei. In Deutschland würden immer mehr Menschen, vor allem auch Kinder, nicht mehr an der gesellschaftlichen Entwicklung teilnehmen, betont der 54-Jährige. |
Politik-Videos
|